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unter dem Dach der
Deutschen Gesellschaft für Heereskunde e.V.
 
 

Noch ein KS52 und noch einmal ein Husar

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09.04.26, 19:29:48

ulfberth

geändert von: ulfberth - 09.04.26, 20:18:25

Siehe Husarenmuseum - Schlossbrauerei Rheder

Es gibt sicherlich Fachleute, die sich hierzu seriös äußern können.

Gruß

ulfberth
09.04.26, 19:34:21

fritz1888

Aha,
wie du immer so schön sagst Rolf, dann ist ja alles in Ordnung und die Aussage über die dienstlich gestellten und abgenommenen Waffen für die Rittmeister ist von einer anerkannten Institution verifiziert.
Man lernt nie aus! :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
09.04.26, 19:37:32

sharps72

geändert von: sharps72 - 09.04.26, 19:38:08

Wisst ihr etwas, das ich nicht weiß? Warum Gelassenheit?
09.04.26, 19:43:19

sharps72

Zitat von fritz1888:
Zitat von sharps72:
Im Museum der 8.Husaren gibt es einen Dachbodenfund eines Säbels, ebenfalls mit dem Kreuz.
Im Zuge der Gespräche bekam ich folgende Erklärung dafür:

In jeder Eskadron gab es einen Säbel für den Chef der Eskadron und dieser wurde mit dem Kreuz gekennzeichnet. "Damit der Herr Rittmeister nicht mit seinem goldenen Kindersäbel ins Gefecht reiten musste"

Diese Information war vor Ort bekannt, weil vor Jahren jemand wohl schon einmal in dieser Richtung nachgeforscht hat. Das erklärt vielleicht auch, warum die Säbel der Änderung entgangen sind.
Schriftliche Aufzeichnungen dazu sind nicht bekannt, man wird aber in diese Richtung recherchieren.

Ich bin mal gespannt....


So einen Quatsch habe ich aber schon lange nicht mehr gehört. Wo soll denn das Museum für die 8. Husaren sein?


Vielen Dank dafür. Als würde ich mir das aus den Fingern sagen....
09.04.26, 19:47:48

ulfberth

Lieber sharps72, Sie sollten das nicht persönlich nehmen. Die Äußerungen beziehen sich allein auf die Aussage von Seiten des Museums.

Gruß

ulfberth
09.04.26, 20:41:48

sharps72

Nun,ich denke schon, dass die Frage nach der Existenz des Museums schon in meine Richtung ging. Aber das ist keine weitere Erwähnung mehr wert.
Fakt ist, ich habe mit einem freundlichen Herrn gesprochen, der sich die Zeit genommen hat mir bei meinen Nachforschungen zu helfen. Das es sich bei dem besagten Herrn nicht um einen Experten für Preußische Blankwaffen handelt, bitte ich zu entschuldigen. Er wird weiter Zeit investieren, einfach nur aus Nettigkeit, und wer weiß schon was dabei heraus kommt.
Warten wir doch erst einmal ab, mit Eiern werfen kann man später immer noch.
Beim nächsten Mal werde ich erst posten, wenn ich wirklich handfeste und unwiderrufliche Beweise habe, versprochen.
09.04.26, 21:00:51

ulfberth

geändert von: ulfberth - 09.04.26, 21:02:23

Die Faktenlage ist leider mehr als dünn. Bei meinen Recherchen bin ich nur auf 4 Stücke mit einem solchen Stempel gestoßen. Bedauerlicherweise ergibt sich dabei auch kein einheitliches Bild.

Ungewöhnlich ist die Existenz eines solchen Stempels bei den 8. Husaren. Wobei sich natürlich auch die Frage stellt, wer diesen Stempel angeschafft oder gefertigt hat. Die normalen Stempel lagen unter Verschluß und wurden an den Büchsenmeister nur bei Bedarf ausgegeben. Selbst die privaten Mannschaftswaffen konnten damit nicht gestempelt werden. Hierzu wurden andere Stempel verwandt.

Ein nicht aufpflanzbarer altpreußischer Hirschfänger mit einem solchen Kreuz stellt natürlich alle anderen Überlegungen infrage.

Fakt ist bisher nur, daß die Stempel echt sein dürften und deren Bedeutung - auch abweichend zu den Stempelvorschriften - nicht bekannt ist.

Gruß

ulfberth

09.04.26, 21:30:14

fritz1888

geändert von: fritz1888 - 09.04.26, 21:34:20

Rittmeister = Offiziere = Selbsteinkleider
Die mussten sich bekannterweise selbst einkleiden und hierzu gehörten auch die Blankwaffen. Ja, Plural, denn der Offizier hatte in der Regel mindestens eine Ordonanzwaffe und eine Interimswaffe. Für die Husaren war letztere der Bügelsäbel entweder mit glatter Montur oder Löwenkopf-Griffkappe in gelb (ohne jetzt auf besondere Modelle einzugehen). Die Ordonanzwaffe für die Husarenoffiziere war der 1852 eingeführte Korbsäbel. Dies waren bestimmt keine „goldenen Kindersäbel“, sondern Waffen, die fürs Gefecht geeignet waren. Eine Ausgabe von Mannschaftswaffen war daher nicht vorgesehen.

Nun kann es natürlich sein, dass einem Offizier im Feld der Säbel zu Bruch oder verloren ging. Hier gab es eine wunderbare AKO von 1808, die es den Offizieren gestattete sich mit Seitengewehren zu bewaffnen „wie sie selbige erhalten können oder wie sie glauben, dass sie am meisten zum Gebrauche geeignet sind“. Sprich, die konnten sich in diesem Fall schnappen, was es gerade gab. Jetzt kann man sich noch vorstellen, dass gerade keine erbeuteten oder überzähligen Offizierswaffen herumlagen und dann kann man sich evtl. noch vorstellen, dass die Regiments-Büchsenmacher einen Säbel „ausliehen“ bis sich der Offizier Ersatz beschaffen konnte. Hier würde ich aber hoffen, dass die Büchsenmacher einen Ersatzsäbel für einen der Wachtmeister ausliehen, die ja „offiziersmäßig“ waren - keine Mannschaftswaffe.

Also, Quatsch, was da von einem netten Mann erzählt wurde und da kann er sich noch so viel Mühe geben, die Kausalkette kriegt er nicht aufgestellt.
09.04.26, 22:00:35

ulfberth

geändert von: ulfberth - 09.04.26, 23:29:02

Vorschriftsmäßig waren für Husaren-Offiziere der Kavallerie-Offizier-Säbel (K.O.S.), also der 52er der Offiziere und der sogenannte Kavallerie-Offizier-Interimsäbel mit Löwenkopf.

1864 und 1866 wurden im Feldzug häufig Waffen mit Abschraubkorb verwendet. 1870/71 vielfach Beutewaffen oder auch Mannschaftsstücke als Kampagnewaffen.

Letzteres trifft aber bei den hier gezeigten und 1877 abgenommenen Stücken nicht zu. Die nächsten Kampfhandlungen waren die Aufstände in DSW und in China. Bei beiden Feldzügen waren die 52er nicht mehr in Gebrauch und durch den KD89 ersetzt.

Auch hier greift die museale Zuordnung m. E. nicht.

Gruß

ulfberth

10.04.26, 08:26:09

mario

Ich staune, dass man auf diesen Säbel ein Kreuz erkannt hat. Respekt

Sharps72, bleib am Ball, mittlerweile gibt es ja nun schon mehrere Säbel mit diesem Kreuz vom 8.H..

Ein Kreuz auf einem Hirschfänger hört sich auch interessant an. Haben wir davon ein Foto im Forum?

Gruß Mario
 
 
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